The captivated gaze

Light, colors, shapes – everything has its own unique luster. The gaze is rapt, immersed; the observer holds their breath. Silence – and then suddenly twinkling eyes; an awakening; breathing resumes. Was it a dream? Did I lose myself in the act of seeing?

My artistic works revolve around belief, the act of seeing and the gaze. 

I view art as less about the production of something identically new, and much more about the appreciation of that which already exists, but which we haven’t yet consciously noticed. In my view, conscious appreciation means realizing when something is looking at us – looking back at us. But how do I make an image out of this act?

I observe and identify the unique artistic potential of raw materials, be they objects of nature or culture. This involves exploring and uncovering their latent potential. I rearrange the objects, add to them and thus transport them into a completely new mold – a new context. In the act of creating art, which corresponds to that of establishing a connection, a merging, an evolution, the found objects take on a new destiny, they gain expression and substance. The everyday item earns a new description, it is transformed and given new life.

I take what already exists and preserve it: the new shape adds something to the original and “the captivated gaze” becomes a catalyst, while the work tells its own story.

Returning to what already exists has proven to be a concept that clears away the “gray layer of dust.” Through my artistic interpretation, the picked up item, the found object turns into knowledge about the past, which remains incomplete and can be constantly rediscovered.

Der packende Blick

Licht, Farben, Formen – von allem geht ein Schimmer aus. Versunken und vertieft ist der Blick, der Atem hält an. Stille – und plötzlich ein Erwachen durch das Zwinkern der Augen, es atmet wieder. War es ein Traum? Habe ich mich im Sehen verloren?

Meine Fragen zur Kunst kreisen um Glauben, um Sehen, um den Blick. 

Ich sehe die Kunst weniger in der Herstellung von etwas identisch Neuem, als vielmehr in der Wahrnehmung des schon Vorhandenen, jedoch nicht bewusst Wahrgenommenen. Bewusst wahrnehmen heisst in meinen Augen: Erkennen, wenn uns etwas anblickt – zurückblickt. Aber wie mache ich aus diesem Akt eine Form?

In Rohmaterialien, seien es Naturobjekte oder Kulturprodukte, sehe und erkenne ich ihr spezifisches künstlerisches Potential. Das heißt, ihre Latenz wird entdeckt und aufgedeckt. Dazu arrangiere ich die Objekte neu oder ergänze und überführe sie somit in eine neue Form, in einen neuen Kontext. Im künstlerischen Akt, der ein Verbinden, ein Zusammenfügen und Weiterentwickeln ist, erhalten die gefundenen Objekte eine neue Bestimmung, sie bekommen Ausdruck und Gehalt. Der Alltagsgegenstand erfährt eine Neubeschreibung, er wird verwandelt und beseelt.

Ich nehme das  Bestehende auf und bewahre es: indem die Form zum Supplement des Ursprünglichen und „der Packende Blick“ zum Auslöser, aber auch zum Inhalt selbst wird.

Der Rückgriff auf das Bestehende erweist sich als ein Konzept, das die "graue Staubschicht auf den Dingen" wegbläst. Das Aufgelesene, das Gefundene wird durch meine künstlerische Anverwandlung zu einem Wissen über die Vergangenheit, die nicht abgeschlossen ist, sondern immer wieder neu entdeckt werden kann.